Zum ersten Mal Bergwandern in den Alpen: 10 Tipps für Anfänger
1. Oktober 2026 · Jonas Van Eylen

Wer im Flachland wohnt, ist Hügel gewohnt. Die Alpen sind eine andere Welt: Wege, die sich Hunderte Meter hinaufwinden, Wetter, das innerhalb einer Stunde umschlagen kann, und Ausblicke, die dir den Atem rauben. Bergwandern ist für alle mit durchschnittlicher Kondition möglich, wenn man sich gut vorbereitet. Mit diesen Tipps wird deine erste Bergwanderung ein Erfolg.
Die SAC-Skala: Wie schwierig ist ein Weg?
In den Alpen werden Wanderwege oft nach der SAC-Skala des Schweizer Alpen-Clubs eingeteilt, von T1 bis T6:
| Grad | Was bedeutet das? | Für Anfänger? |
|---|---|---|
| T1 | Breiter, gut gepflegter Weg, keine Absturzgefahr | ✅ Ideal |
| T2 | Bergweg, teils steil, ab und zu Steine | ✅ Mit guten Schuhen |
| T3 | Anspruchsvoller Bergweg, teils Hände nötig, Absturzgefahr | ⚠️ Erst mit Erfahrung |
| T4-T6 | Alpine Routen, Kraxeln, Gletscher | ❌ Nicht ohne Erfahrung und Ausrüstung |
In vielen Ländern erkennst du das auch an der Farbe der Wegweiser. In der Schweiz stehen gelbe Wegweiser für einfache Wanderwege und weiß-rot-weiße Markierungen für Bergwege. In Österreich und Italien werden Wege oft mit Farben oder Nummern eingeteilt. Schau dir immer die lokale Erklärung an.
10 Tipps für deine erste Bergwanderung
1. Fang klein an
Wähle als Anfänger eine Route von 10 bis 15 km mit 500 bis 800 Höhenmetern. Das klingt wenig, aber bergauf geht es viel langsamer als auf einem flachen Weg.
2. Rechne in Zeit, nicht in Kilometern
In den Bergen sagt die Entfernung wenig aus. Eine Faustregel: Rechne etwa eine Stunde pro 300 bis 400 Höhenmeter bergauf, zusätzlich zur Zeit für die Strecke. Die Wegweiser zeigen oft die Gehzeit statt der Kilometer an.
3. Wähle die richtige Zeit
Die beste Zeit zum Wandern ist von Ende Juni bis Mitte September. Dann sind die meisten Wege schneefrei und die Berghütten geöffnet. Im Juni kann weiter oben noch Schnee liegen.
4. Check das Wetter, vor allem Gewitter
Im Sommer entstehen in den Bergen oft Gewitter am Nachmittag. Brich deshalb früh am Morgen auf, damit du vor Mittag an deinem höchsten Punkt bist. Nutze eine lokale Wetter-App oder frag in der Hütte oder beim Tourismusbüro um Rat.
5. Oben ist es kälter
Je höher du kommst, desto kälter wird es: im Schnitt etwa ein halbes bis ein ganzes Grad pro 100 Meter. Sind es im Tal 25 °C, können es auf 2.500 Metern nur 10 °C sein, und mit Wind fühlt es sich noch kälter an.
6. Zieh dich im Zwiebelprinzip an
Genau wie beim Wandern in den Ardennen ist das Schichtprinzip das Geheimnis:
- ein atmungsaktives Shirt auf der Haut;
- eine warme Zwischenschicht (Fleece oder eine leichte Daunenjacke);
- eine wind- und wasserdichte Jacke;
- Mütze und Handschuhe, auch im Sommer.
7. Gute Schuhe sind das Wichtigste
Trag feste Wanderschuhe mit gutem Profil, die du schon eingelaufen hast. Neue Schuhe bei der ersten Bergtour sind ein Rezept für Blasen.
8. Geh ruhig und trink viel
Bergauf gehst du in einem ruhigen, gleichmäßigen Tempo. Du solltest beim Gehen noch reden können. Mach regelmäßig Pausen, trink viel und iss unterwegs etwas. Bergauf verbrauchst du viel Energie.
9. Bergab ist anstrengender, als du denkst
Der Abstieg belastet Knie und Oberschenkel. Mach kleine Schritte und denk über Wanderstöcke nach: Sie entlasten die Knie deutlich.
10. Kenn die Notrufnummer und sag, wo du hingehst
Die europäische Notrufnummer 112 funktioniert in allen Alpenländern. Such dir auch die Nummer der örtlichen Bergrettung heraus. Sag in deinem Hotel oder deiner Hütte Bescheid, welche Route du gehst, und nimm ein geladenes Handy und eine Papierkarte mit.
Was nimmst du mit?
- Rucksack mit 20 bis 30 Litern
- Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser
- Proviant und Snacks
- Regenjacke und warme Schicht
- Sonnenbrille, Sonnencreme und Kappe: In der Höhe ist die Sonne viel stärker
- Kleines Erste-Hilfe-Set und Blasenpflaster
- Geladenes Handy, Powerbank und eine Karte
Häufige Fragen
Ist Bergwandern für Anfänger gefährlich?
Nicht, wenn du Wege wählst, die zu deinem Niveau passen (T1-T2), das Wetter im Blick behältst und früh aufbrichst. Die meisten Probleme entstehen durch zu ehrgeizige Routen oder schlechtes Wetter.
Wie viele Höhenmeter schafft ein Anfänger?
Für die erste Tour sind 500 bis 800 Höhenmeter pro Tag ein gutes Ziel. Mit etwas Training kannst du das schnell steigern.
Was ist der beste Monat zum Wandern in den Alpen?
Juli, August und Anfang September. Dann sind die Wege meist schneefrei und die Berghütten geöffnet.
Die Berge tragen
Für alle, die von hohen Gipfeln träumen: das Summit Point Shirt mit dem Matterhorn (4.478 m) und seinen Koordinaten, der Bold Ascent Hoodie mit einem Wanderer auf einem Gipfel bei Sonnenuntergang oder das Cliff Edge Sweatshirt mit einer Bergziege an einer Felswand. Entdecke alle in unserer Mountain-Kollektion.