Pilze sammeln in Belgien: Was ist erlaubt, wo, und wie bleibst du sicher?

24. September 2026 · Jonas Van Eylen

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Der Herbst ist Pilzsaison. Nach ein paar Regentagen sprießen sie überall: rote Fliegenpilze mit weißen Punkten, braune Steinpilze, kleine Baumpilze auf einem Baumstumpf. Auf Pilzsuche zu gehen, ist eine der schönsten Herbstaktivitäten. Aber darfst du sie mit nach Hause nehmen? Und wie machst du das sicher?

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Pilze auf dem Waldboden, auf einem warmen Hoodie.

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Wann ist Pilzsaison?

Die Hochsaison dauert von September bis November. Die besten Momente sind ein paar Tage nach viel Regen, solange es noch mild ist. Nach dem ersten Nachtfrost verschwinden viele Arten wieder.

Pilze sind übrigens nur ein kleiner Teil des Pilzorganismus. Der größte Teil lebt unsichtbar unter der Erde als Netz aus Fäden und arbeitet oft mit den Wurzeln der Bäume zusammen. Was du siehst, ist eigentlich die „Frucht“.

Darf man in Belgien Pilze sammeln?

Das hängt davon ab, wo du bist.

Flandern und Brüssel: kein Sammeln

In Flandern und in der Region Brüssel ist das Sammeln von Pilzen verboten. Anschauen und fotografieren ist natürlich immer erlaubt.

Wallonie: unter Bedingungen

In der Wallonie ist das Sammeln unter Bedingungen erlaubt:

  • du brauchst die Erlaubnis des Waldbesitzers. In Wäldern der Wallonischen Region (Staatswäldern) wird diese Erlaubnis grundsätzlich erteilt;
  • du darfst höchstens einen 10-Liter-Eimer pro Person und Tag mitnehmen;
  • in Staatswäldern darfst du nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sammeln;
  • in Gemeindewäldern ist das Sammeln manchmal den Einwohnern vorbehalten. Frag bei der Gemeinde oder beim Tourismusbüro nach;
  • Sammeln für den Verkauf ist nicht erlaubt;
  • in Naturschutzgebieten und bei geschützten Arten ist es verboten;
  • im wallonischen Teil des Sonienwalds ist das Sammeln verboten.

Sicherheit geht vor: Iss nie, was du nicht zu 100 % kennst

Auch in Belgien wachsen hochgiftige Pilze, darunter Arten, die tödlich sein können. Manche sehen essbaren Arten sehr ähnlich. Deshalb:

  • Iss nie einen Pilz, bei dem du auch nur den geringsten Zweifel hast.
  • Verlass dich nicht auf eine App, um zu entscheiden, ob etwas essbar ist. Apps sind nützlich zum Lernen und Bestimmen, aber sie machen Fehler.
  • Lerne von einem Experten: Mach eine geführte Pilzwanderung oder einen Kurs.
  • Verdacht auf Vergiftung? Ruf sofort das belgische Giftinformationszentrum an: 070 245 245 (kostenlos, Tag und Nacht; aus dem Ausland +32 70 245 245). Bewahre wenn möglich ein Reststück oder ein Foto des Pilzes auf. In Deutschland wählst du im Notfall die 112 oder den Giftnotruf deines Bundeslandes.

Tipps für eine schöne Pilzwanderung

  1. Fotografieren statt pflücken. Geh auf Augenhöhe für die schönsten Fotos. Ein Foto der Unterseite, mit Lamellen oder Poren, hilft später bei der Bestimmung.
  2. Nutze eine App zum Lernen. Mit der kostenlosen App ObsIdentify kannst du ein Foto bestimmen lassen und deine Beobachtung melden. Das hilft Forschern zu verfolgen, wo Arten vorkommen.
  3. Schau überall: auf dem Boden, auf Baumstümpfen, auf totem Holz, in Wiesen und sogar auf Dung.
  4. Bleib auf den Wegen. Das schützt das unterirdische Netzwerk und die kleinen Pflanzen.
  5. Sammelst du in der Wallonie? Schneide den Pilz mit einem kleinen Messer am Stielansatz ab und nimm einen Korb statt einer Plastiktüte, damit die Pilze nicht schwitzen.
  6. Lass genug stehen. Pilze verbreiten Sporen und sind Nahrung für Insekten, Schnecken und Eichhörnchen.

Wo findet man viele Pilze?

Alte Wälder mit viel totem Holz und einer Mischung aus Baumarten sind am reichsten. Gute Orte sind der Sonienwald, die Wälder der Kempen, der Meerdaalwald und natürlich die Ardennen. Im Herbst organisieren Naturschutzvereine im ganzen Land geführte Pilzwanderungen. Schau in ihren Veranstaltungskalendern nach einer Wanderung in deiner Nähe.

Die richtige Kleidung für den Wald

Pilze suchst du auf Bodenhöhe, du kniest oder hockst also oft auf feuchtem Waldboden. Kleidung, die etwas Schlamm verträgt, feste Schuhe und eine warme Schicht für kalte Morgen sind kein Luxus.

Häufige Fragen

Darf man in Flandern Pilze sammeln?

Nein, das Sammeln von Pilzen ist in Flandern und Brüssel verboten. In der Wallonie ist es unter Bedingungen erlaubt, mit höchstens einem 10-Liter-Eimer pro Person und Tag.

Wann ist die beste Zeit für die Pilzsuche?

Von September bis November, ein paar Tage nach Regen und bei mildem Wetter.

Was tun bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung?

In Belgien sofort das Giftinformationszentrum unter 070 245 245 anrufen, in Deutschland den Notruf 112 oder den Giftnotruf. Warte nicht auf Symptome: Bei manchen gefährlichen Arten treten sie erst nach vielen Stunden auf.

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